Mein Leib-und-Magen-Lisp ist Scheme. Zumindest war es das bis gestern. – Durch Zufall bin ich jetzt auf newLisp gestoßen.

Von oben betrachtet sieht es aus wie Lisp. Wenn man tiefer segelt, sieht man: die Listen bestehen nicht aus Knoten; und es gibt kein Null-Element. Aus Sicht des leidenschaftlichen LISPlers ein Affront, womöglich ein schreckliches Plagiat?

Nö kein bisschen. Es ist eine Scripting-Sprache, basiert syntaktisch auf Lisp und erbt vom Mainstream die Einladung zur Schlamperei (die Funktionen kontrollieren nicht auf richtige Zahl der Argumente etc. etc.) – Die Faszination an Lisp ist die Einfachheit beim Formulieren von Programmen. Das gilt auch hier.

Es ist außerdem barbarisch schnell beim Starten (keine Chance, die Stoppuhr rauszukramen). Im Begleittext steht, das Dings kommt ohne Garbage Collect aus. Glaub ich aufs Wort.

Die Schnittstelle zu Tk ist voll transparent (als String 1:1 durchgereichte Tcl/Tk-Statements anstelle halbherzig dokumentierter Objekt-Erweiterungen wie bei Python). Wenn die auf die Tk-Doku verweisen, dann zu Recht.


Leute, bei nächster Gelegenheit werde ich prüfen, ob damit ein Programmierkurs für meinen Filius und Klassenkameraden realisierbar ist. Ich sehe Chancen.

(Ursprung – 20.11.2006)

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