Es gibt Momente, da verschlägts mir trotz meinem losem Mundwerk die Sprache. Aus den Medien wissen wir natürlich von jenen Kindern, bei denen heute schon feststeht, dass sie als Erwachsene seelisch krank sein werden – nicht als angeborene Behinderung, sondern wegen zerrissener Familienverhältnisse. Sexueller Missbrauch bleibt nicht aus. Die Spitze des Eisbergs ist in der Jugendpsychiatrie. Es tut weh, zusehen zu müssen; also schaut man nicht so genau hin. (Ich habe selbst 2 Zwerge in die Welt gesetzt und hoffe, diese ordentlich durchzubringen. Sicher kann man nie sein.)
In der Schülerzeitung Klapse der Jugendpsychiatrie in Düsseldorf melden sich die jugendlichen Patienten selbst zu Wort. Ich sehe diese Äußerung als Bestandteil ihres Werdegangs, und ich erlaube mir, ihnen meine Sympathie und meinen Respekt zu bekunden.
Und dann gibts noch die Dunkelziffer von sexuellem Missbrauch. Irgendwann werden diese Kinder erwachsen, aber die Spuren bleiben. Ist Ihnen klar, dass diese Kinder nicht wohlangebrachte Wut, sondern Schuldgefühle entwickeln? – Ich kommentiere es nicht. Auf ihrer Seite Aufrecht berichtet eine Betroffene ihren Werdegang. Sie gehört zu jenen, die gelernt haben, wieder aufrecht zu in die Welt zu schauen. Auch ihr gilt mein Respekt.
(Ursprung – 20.11.2006)