Die Propheten-Cartoons in der Jyllands-Posten führten zu Entrüstung. Islamische Staaten forderten eine öffentliche Entschuldigung bzw. drohten mit diplomatischen Konsequenzen. – Einige europäische Staaten haben eine Entschuldigung ausgesprochen, einige lehnen das ab mit der Begründung der Pressefreiheit.

Eine Karikatur ist vor allem witzig. Sie erwischt z. B. Prominenz mit runtergelassenen Hosen. Oder sie bringt einen unvermuteten Kalauer (jawohl, es gibt auch gute Kalauer).

Eine Witzzeichnung legitimiert sich (außer durch Pressefreiheit) auch durch Qualität. Zu den zwei Cartoons, die ich bei Heise abgebildet vorgefunden habe, lautet mein Urteil: schlechtes Bildwerk (sorry). Zwar ist an der grafischen Ausführung nichts zu beanstanden. Dafür um so mehr am Inhalt.

Diese intergalaktische Einfallslosigkeit wird u. a. thematisiert in einem Metacartoon der Titanic (also einem Cartoon über schlechte Cartoons, sowas geht z. B. dufte mit Fotos).

Sollte sich die Jyllands-Posten entschuldigen? Ja. Bei ihren Lesern. Für eine schlechte Redaktion.


PS Eine gute Karikatur kann sehr wohl den Herrgott thematisieren. Ich werd nie den Cartoon aus „Titanic“ Nr. 1 vergessen, wo die schiffbrüchigen Seelen des Dampfers Titanic vor den Herrgott treten mit der Frage: warum? Der Herrgott grübelt über einer karierten Schulheft-Seite, und der Herr Jesus sagt: pscht, wir spielen grad Schiffchen versenken.

(Ursprung – 20.11.2006)

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