Übersetzung der Seite „What's wrong with Microsoft Windows Vista?“ von John Sullivan bei Free Software Foundation (FSF).
Gewöhnlich sollte es so sein, dass eine neue Software es ermöglicht, mehr mit dem Computer anzufangen. Vista dagegen ist so entworfen, dass es Sie beschränkt in dem, was Sie tun können.
Vista erzwingt neue Formen des „Digitalen Rechte-Managements (DRM)“. DRM wird präziser als „Digitales Restriktions-Management“ bezeichnet, weil es eine Technologie ist, die Unterhaltungsindustrie und Computer-Gesellschaften versuchen, uns aufzuzwingen, um vollständige Kontrolle darüber zu erhalten, wie unsere Computer verwendet werden.

Sicherheitsexperte Bruce Schneier erklärt es knapp:
Windows Vista umfasst eine Liste von „Leistungsmerkmalen“, die Sie gar nicht wollen. Diese Leistungsmerkmale machen Ihren Computer unzuverlässiger und langsamer. Sie verursachten technische Probleme. Sie können sogar von Ihnen fordern, Ihre Peripherie und vorhandene Software zu erneuern. Und diese Leistungsmerkmale tun absolut nichts nützliches. Tatsächlich arbeiten sie gegen Sie. Es sind Leistungsmerkmale des Digitalen Rechte-Managements, die in Vista auf Geheiß der Unterhaltungsindustrie eingebaut wurden – und Sie haben keine Chance, sie abzulehnen.
Das DRM wird erzwungen durch technologische Barrieren. Sie versuchen, etwas zu tun, und Ihr Computer sagt Ihnen, dass das nicht geht. Um das umzusetzen, muss Ihr Computer ständig beobachten, was Sie da gerade treiben. Diese ständige Überwachung verbraucht Rechenleistung und -speicher und macht einen Großteil des Grundes aus, warum Microsoft Ihnen erzählt, dass Sie neue und leistungsfähigere Hardware kaufen sollen, um Vista zu betreiben. Sie wünschen, dass Sie neue Hardware kaufen, nicht etwa weil Sie es brauchen, sondern weil Ihr Computer es braucht, um entsprechend effektiv zu beschränken, was Sie damit anstellen.
Microsoft und andere Computer-Gesellschaften verweisen auf diese Beschränkungen als Trusted Computing. Soweit das gegeben ist, sie also dazu entworfen sind, dass Ihr Computer aufhört, Ihnen zu trauen und stattdessen anfängt, Microsoft zu trauen, werden diese Beschränkungen zutreffender als Treacherous Computing bezeichnet.
Windows Vista ist, wie frühere Versionen von Windows, proprietäre Software: Ihnen überlassen unter einer Lizenz, die streng regelt, wie Sie sie benutzen, und ohne Quelltext, so dass niemand außer Microsoft etwas daran ändern kann, oder auch nur prüfen kann, was die Software tatsächlich treibt.
Microsoft bringt es am besten auf den Punkt:
Die Software ist lizenziert, nicht verkauft. Diese Übereinkunft gibt Ihnen nur einige Rechte, die Software zu nutzen. Microsoft behält sich alle anderen Rechte vor. Wenn nicht anwendbares Recht Ihnen mehr Rechte ungeachtet dieser Begrenzung zubilligt, können Sie die Software nur so nutzen, wie es ausdrücklich in der Übereinkunft festgehalten ist. Um das zu tun, müssen Sie einverstanden sein mit jeglichen technischen Begrenzungen der Software, das Sie sie nur auf bestimmte Art nutzen können.
Um es noch verwirrender zu machen, haben verschiedene Versionen von Vista verschiedene Lizenz-Beschränkungen. Sie können alle Lizenzen hier nachlesen:
http://www.microsoft.com/about/legal/useterms/default.aspx
Es ist qualvoll, die Lizenzen wirklich durchzulesen, und darum erheben die Leute oft keine Einwände dagegen. Aber wenn wir nicht damit anfangen, Einwände zu erheben, verlieren wir wertvolle Freiheiten. Hier sind einige der lächerlichen Beschränkungen, auf die man beim Durchlesen stößt:
Freie Software wie GNU/Linux fordert nicht, solch bescheuerten Bedingungen zuzustimmen. Es wird freie Software genannt, weil Sie die Freiheit haben, so viele Kopien zu machen, wie Sie wollen. Niemand überwacht, was Sie da anstellen, oder beschimpft Sie fälschlicherweise, ein Dieb zu sein.
Es ist ein Kampf imgange zwischen jenen, die die Freiheit lieben, und Gesellschaften wie Microsoft, die dadurch profitieren wollen, dass Sie Ihnen diese Freiheit wegnehmen. DRM und absurde Lizenzen sind der Kernpunkt dieses Kampfes. Bitte beteiligen Sie sich auf der Seite der Freiheit an unserem Kampf, indem Sie zu Windows Vista und anderen DRM-vernagelten Produkten Nein sagen. Stattdessen nutzen Sie Nicht-DRM, „freie“ Software so wie das GNU/Linux-Betriebssystem. Sie können etwas erreichen, indem Sie dafür Sorge tragen, dass Ihre Rechte und Freiheiten nicht eingeschränkt werden, weder jetzt, noch in Zukunft.
Während unser Leben mehr und mehr digital wird, ist es ebenso wichtig, dass wir unsere digitale Freiheit schützen, wie wir immer für den Schutz unserer Meinungs- und Redefreiheit gesorgt haben.
Treten Sie der Kampagne von BadVista.org bei.
Nachtrag des Übersetzers – meinen Rechner betreibe ich mit einem freien Betriebssystem (GNU/Linux). Diese HTML-Seite ist mit dem freien (vollständig quelltextoffenen) CMS One Hand Content erstellt. Wie Sie sehen, freie Software ist gute Software.
(Ursprung – 04.08.2008)